Seite 1 von 4 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 12 von 39

Thema: Bald Dorschmarken kaufen? Die spinnen wohl...

  1. #1

    Bald Dorschmarken kaufen? Die spinnen wohl...

    Im Internet wird ziemlich gedankenfrei von etlichen Anglern auf die neue Dorsch-(Hering)-Untersuchung marEEshift von Leibniz-Inst./"Angel-Professor" R. Arlinghaus hingewiesen. Kaum einer sieht das problematisch, indessen gibt es die wenigen kritischen Stimmen. Was wird untersucht mit welchem Ziel?

    Die Seite gibt Auskunft...

    Maßnahmen, Institutionen und Prozesse identifizieren und initiieren, die ein resilientes ökologisch-ökonomisches System der Nutzung von Meeresressourcen in einem Regime der Nachhaltigkeit fördern könnten. Dies kann einen Regimewechsel vom gegenwärtigen Zustand der Übernutzung hin zu einem neuen belastbaren Nachhaltigkeitsregime erfordern.
    https://www.idiv.de/de/mareeshift.html

    Na toll, das verstehe, wer will. Wer so formuliert, der hat meines Erachtens etwas zu verbergen. Aber "Regimewechsel" verstehe ich. Wenn von vornherein "Übernutzung" propagiert wird und das geändert werden soll, dann kriegen die Nutzer Einschränkungen verpasst. Das ist klar.

    Also ran an die Untersuchung, ran an den Fragenkatalog:

    http://imug-research.de/Dorschangler

    Gefühlsmäßig möchte ich sagen, dass die Fragen/Antworten nicht von einem versierten Dorschangler erstellt worden sind. Da fehlt doch einiges. Aber es ist zu merken, dass es scheinbar auf etwas anderes hinaus läuft, was dort als

    Entnahmeentgelt (Dorschmarke) pro behaltenen Dorsch in €
    bezeichnet wird. Da wird in meinen Augen abgefragt, ob die Dorschmarke dem Angler einleuchtend ist und wie viel der Angler pro gefangenem Dorsch zusätzlich zu zahlen bereit ist.

    Merkt ihr was? Dann kann man Dorschmarken kaufen. Und die berechtigen zum Fang. Ohne Marke darfst du nicht auf Dorsch angeln. Fängst du einen, hast keine Marke und schlägst ihn trotzdem ab, dann wird es teuer. Also: Erst kaufen, dann fangen...

    Neu ist das Marken-Unwesen nicht, das gab es schon in ähnlicher Form, z.B.:



    Die Umfrage nennt Preise pro Dorschmarke von 0,5 und 1 und 2 und 3 und 4 und 5 €.

    Ziel kann es sein, den Berufsfischern die Quote abzukaufen und das über die Dorschmarke zu finanzieren. Aber will ich wirklich für meine Dorsche noch extra zahlen?

    5,-- € pro Dorsch extra halte ich für völlig überzogen. Eigentlich nervt mich auch schon ein Euro.

    Denn eines weiß ich: Wenig später gibt es die Mefomarke, die Heringsmarke, die Zandermarke, die Hechtmarke (oder wieder die Raubfischmarke) und dann die Karpfenmarke ... und sehr gerne auch die



    Ohne Marke beim Nachtangeln = Ordnungswidrigkeit.
    Ohne Marke beim Dorschangeln = Ordnungswidrigkeit.
    Ohne... u.s.w.

    Und die "Markenfantasie" wird groß sein. Denn neben den Marken noch eine Fischereiabgabe zu erheben, halte ich für kritisch. Die müsste entfallen. Und dann sind Verbände tief getroffen, nämlich in ihren Finanzmitteln. Dann müssten die Verbände aus "Fischmarkenabgabe" finanziert werden. Und die werden reichlich Fantasie haben, um die Angler zur Kasse zu bitten, indem immer neue Marken erfunden werden ("nett" wären ja Boots- und Kuttermarke).

    Vielangler werden geradezu bestraft. Vielfänger werden gerupft. Wenigangler sind besser dran.

    Ob das gerecht ist?

    Auf den ersten Blick scheinbar ja. Auf den zweiten Blick indessen nicht. Denn das gesamte Volk - und mit ihm andere Völker - hat den Dorschbestand über Jahrzehnte weg gefressen. Dann möge das gesamte Volk den Bestand wieder nach oben bringen. Man nehme dafür den Staatshaushalt!

    Es ist nicht fair, die Angler für das leere Meer zu veranlagen und die Angler die Bestandserholung bezahlen zu lassen. Denn die Angler haben nur gefangen, was sie selber verzehren konnten.

    Andere haben gefangen und verkauft. Auch Fischmehl...
    Wer nur eine kleine Pfanne hat, braucht keine großen Fische zu fangen!
    Petri wünscht Andreas

  2. #2

    AW: Bald Dorschmarken kaufen? Die spinnen wohl...

    Danke Andreas! Nach dem Shitstorm, den ich über mich bei FB ergehen lassen musste, weil ich Robert Arlinghaus dafür kritisiert habe, dachte ich wirklich nur ich sehe Gespenster und bin eventuell langsam ein Fall für den Psychater (dazu müsst Ihr Euch jetzt nicht weiter äußern ).

    Ich sehe das mehr als kritisch! Aktuell stehe ich dazu mit Robert, der Projektleiterin sowie dem Thünen-Institut im Austausch. Wir werden morgen eine weitere Videokonferenz abhalten, um meine Fragen und Zweifel zu beseitigen. Ich habe allerdings auch da Zweifel, ob die das schaffen werden.

    Übrigens ist das mit den "Dorschmarken" nur eine Variante im CDE-Verfahren. Ich hatte auch schon die Möglichkeit 400.- EUro für einen Angeltag mit einem Dorsch in zwei Tagen zu bezahlen. Da motz Du mal nicht über 5.- Euro pro Dorsch

    Ich kopiere mal meine Stellungnahme von Facebook hier rein:

    Eine kleine Anekdote vom gestrigen Fotoshooting für den neuen ANGLERGUIDE 2021 des Wassertourismus in Schleswig-Holstein e.V. möchten wir Euch dann nicht vorenthalten.

    Das Ziel dieses Fotoshootings waren tolle Bilder mit einem professionellen Fotografen. Da ging es weder um Köder oder Montagen, sondern in erster Linie um das „Erlebnis-Meer“.

    Das wir dann in eine wissenschaftliche Statistik einfließen sollten, hat uns dann also doch überrascht. An unserem Treffpunkt kam eine Gruppe von drei motivierten jungen Männern auf uns zu, als sie die Angelruten entdeckten. Wir waren übrigens definitiv an keinem Hotspot für Meeresangler, was uns umso mehr wunderte.

    Naja, die Herren stellten sich kurz vor und überreichten uns einen kleinen Zettel zu einer Umfrage für Meeresangler. Die Umfrage wird vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin unter der Leitung des Angelprofessors Robert Arlinghaus durchgeführt. Sie dient nach deren Aussage ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken und verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen. Die Umfrage erfolgt durch die IMUG-Beratungsgesellschaft im Auftrag des Leibnitz-Institut für Gewässerökologie.

    Die Untersuchung ist Teil des Projektes marEEshift und soll die unterschiedlichen Nutzungen der Meeresressourcen identifizieren und einen Prozess zur Nachhaltigkeit fördern. Hierbei geht es um den Hering und den Dorsch in der westlichen Ostsee.

    Die Herren waren wohl direkt vom Leibniz-Institut und sehr freundlich. Da wir nun diesen „Zettel“ in den Händen halten, laden wir den hier auch einfach mal hoch. Ursprünglich wollten wir heute die Umfrage bewerben und somit die Wissenschaft unterstützen. Nachdem wir jedoch an der Umfrage teilgenommen haben, werden wir davon Abstand nehmen. Wir haben unser Umfrageergebnis nicht abgesendet!

    Warum?

    Viele Fragen sind in unseren Augen unzureichend formuliert. So werden zum Beispiel die Kosten bei eigenen Booten für Liegeplätze und sonstige Kosten nicht erfasst. Alternativ müsste man die Gesamtkosten im Jahr für das Boot durch die Angeltage teilen und bei Kosten für „Slipanlage etc.“ eintragen.

    Dann wird nach der Fangmenge gefragt, nicht jedoch nach der Entnahmemenge. Zudem sind die 8 Beispiele am Ende der Umfrage für uns absolut nicht plausibel. Hier werden unterschiedliche Möglichkeiten vorgegeben und mit Kosten pro Angeltag bewertet. Zudem wird gefragt, wie viele Dorsche man pro Jahr unter dem ausgewählten Beispiel entnehmen würde. Hier kann ich jedoch auch vierzig angeben, wenn ich nur 5 Angeltage bei einem Baglimit von 2 angebe. Das ist definitiv verwirrend. Wir haben noch mehr Kritikpunkte gefunden, denn wenn man nach einem Gefühl zur Bestandsentwicklung fragt, gleichzeitig in einer Umfrage jedoch drauf hinweist, dass sich die Bestände verschlechtern nimmt man wohl schon ein wenig Einfluss auf die Antwort, oder? Kann man dann anschließend trotzdem noch „Angler bestätigen in einer Umfrage schlechtere Bestände“ wissenschaftlich auswerten?

    Wir haben ernsthaft versucht, die Umfrage durchzuführen und haben dann abgebrochen, weil sich viele Fragen/ Antwortmöglichkeiten einfach nicht erschließen oder die Antworten aufgrund der Fragestellung „Angeln“ einfach negativ darstellt. Wenn man Angler fragt, ob eine Erhöhung des Mindestmaßes sinnvoll ist, sollte man dann nicht auch die Auswirkungen erklären? Gleiches gilt für eine Schonzeit. „Erweiterung der Schonzeit für den Dorsch“- bedeutet das eine Ausweitung auf Angler oder eine Verlängerung der Schonzeit für die Fischerei? „Schutz sehr großer Laichdorsche“- wenn man hier „sehr sinnvoll“ angibt, bedeutet das dann eine Schonzeit für Angler oder endlich ein besserer Schutz der Laichdorsche vor den Schleppnetzfischern?

    Sorry, aber das ist unsere ehrliche Meinung. Gerne hätten wir hier die Wissenschaft unterstützt, aber manche Fragen lassen am Ende nur einen Rückschluss zu...
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  3. #3

    AW: Bald Dorschmarken kaufen? Die spinnen wohl...

    Tja, wer mit Thünen und Arlinghaus kommuniziert, hat selber Schuld.
    Entweder es bleibt wie es ist oder es wird schlimmer (Kosten, Fangmenge, Fanggebiete)
    Aber nie, nie wurde es besser.
    JJ

  4. #4

    AW: Bald Dorschmarken kaufen? Die spinnen wohl...

    Aber irgdwas muss ja passieren. Ob jetzt wie in den usa oder in Norwegen /island. Frage nur was
    LG
    Tim und immer eine Handbreit Wasser unterm Köder

  5. #5

    AW: Bald Dorschmarken kaufen? Die spinnen wohl...

    Zitat Zitat von demski22 Beitrag anzeigen
    Aber irgdwas muss ja passieren. Ob jetzt wie in den usa oder in Norwegen /island. Frage nur was

    Schleppnetzfischerei und illegale Rückwürfe unterbinden, mehr Kontrollen für die Fischerei (Videoüberwachung) und auch für die Angler, insbesondere auf den Campingplätzen. Da habe ich dieses Jahr einige Geschichten erlebt....

  6. #6

    AW: Bald Dorschmarken kaufen? Die spinnen wohl...

    IMUG- Umfrage zum Dorsch/ UPDATE

    Am letzten Wochenende haben wir über die Umfrage vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin unter der Leitung des Angelprofessors Robert Arlinghaus berichtet. Sie dient nach deren Aussage ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken und verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen. Die Umfrage erfolgt durch die IMUG-Beratungsgesellschaft im Auftrag des Leibnitz-Institut für Gewässerökologie.

    Die Untersuchung ist Teil des Projektes marEEshift und soll die unterschiedlichen Nutzungen der Meeresressourcen identifizieren und einen Prozess zur Nachhaltigkeit fördern. Bei den Umfragen geht es um den Hering und den Dorsch in der westlichen Ostsee.

    Wir haben die Umfrage am letzten Wochenende kritisiert. Viele Fragen sind in unseren Augen unzureichend formuliert.

    Was kritisieren wir?

    Letztes Wochenende hatten wir ernsthaft versucht, die Umfrage durchzuführen und haben dann abgebrochen, weil sich viele Fragen/ Antwortmöglichkeiten einfach nicht erschließen oder die Antworten aufgrund der Fragestellung „Angeln“ einfach negativ darstellt.

    Wenn man Angler fragt, ob eine Erhöhung des Mindestmaßes sinnvoll ist, sollte man dann nicht auch die Auswirkungen erklären? Gleiches gilt für eine Schonzeit. „Erweiterung der Schonzeit für den Dorsch“- bedeutet das eine Ausweitung auf Angler oder eine Verlängerung der Schonzeit für die Fischerei? „Schutz sehr großer Laichdorsche“- wenn man hier „sehr sinnvoll“ angibt, bedeutet das dann eine Schonzeit für Angler oder endlich ein besserer Schutz der Laichdorsche vor den Schleppnetzfischern?

    Gefahr für unser Hobby durch die Ergebnisse der Umfrage?

    Wir wurden in dieser Woche von vielen Seiten gefragt, warum wir die Umfrage so kritisch bewerten. Schließlich sei das doch eine Umfrage für Angler. Und genau da setzt unsere Kritik an! Die Umfrage ist Bestandteil von MarEEshift.

    Was ist MarEEshift?

    Das Ziel ist die gemeinsame Entwicklung von gezielten Managementoptionen als Grundlage für ein stabiles und nachhaltiges Fischereimanagement sowie die Etablierung eines stabilen Nachhaltigkeitsregimes in einer gemischten Berufs- und Freizeitfischerei auf Dorsch und Hering in der westlichen Ostsee- In einem nächsten Schritt sollen Maßnahmen, Institutionen und Prozesse – welche ein nachhaltiges ökologisch-ökonomisches System mariner Ressourcen fördern – identifiziert und initiiert werden. Es sollen also Maßnahmen identifiziert und initiiert werden- mit Hilfe der Ergebnisse dieser Umfrage?
    Intensive Gespräche seit letztem Sonntag

    Seit letzten Sonntag haben wir uns auch mit den Verantwortlichen (u.a. mit der Projektleiterin) in Telefongesprächen und Videokonferenzen ausgetauscht und unsere Kritik im Detail dargelegt. Des Weiteren haben wir mit Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland Gespräche geführt, auch aus dem Team von MarEEshift.

    Wir sehen u.a. folgende Punkte kritisch:

    • Es werden nur Fangmengen abgefragt, keine Entnahmemengen, was zu falschen Rückschlüssen führen kann
    • So darf es auch nicht Tagesfangmenge heißen, sondern Tagesentnahmemenge
    • Plausibilität bei den Antworten (Zielfische können doppelt benannt werden, gewünschte Fangmenge bei den Modellen (z.B. 400 Dorsche bei einem Angeltag) sind realitätsfern
    • Deutliche Abgrenzung Fischerei/ Angler in den Fragen und Antworten
    • keine Mehrfachteilnahme durch Sperrung der IP-Adressen
    • Modelle nur hypothetisch bzw. „realitätsfern“
    • Erweiterung Schonzeit  kann sich nur auf die Fischerei beziehen, da Angler keine Schonzeit haben oder es hätte (alternativ oder zusätzlich) „Einführung einer Schonzeit“ heißen müssen. Dann sollte es aber auch eine Frage geben, ob die Schonzeit für Fischer ausgeweitet werden sollte.
    • Beim Entnahmefenster könnte man noch den Hinweis ergänzen, ob dieses nur für bestimmte Angelarten eingeführt werden sollte (z.B. Kleinboot), gleiches gilt für die Schonzeit (bestimmte Bereiche)
    • Es fehlen in unseren Augen auch Hintergrundinformationen mit Vor- und Nachteilen der einzelnen Maßnahmen. Wie soll ein Angler ansonsten entscheiden können, ob eine Maßnahme sinnvoll erscheint und er diese befürwortet? Wenn ein Fahrschüler gefragt wird, ob er an einer grünen, gelben oder roten Ampel über die Kreuzung fährt- sollte er dann nicht wissen, was die einzelnen Farben bedeuten und welche Folgen seine Entscheidung haben könnte?

    Zudem betrifft diese Umfrage ja nur Angler. Bedeutet das dann auch, dass nur Angler am Ende neue Beschränkungen fürchten müssen? Was sind die Fischer bereit in Zukunft zur Bestandserholung beizutragen?

    Man hat unsere Kritik positiv aufgenommen und uns zugesichert, die Änderungen schnellstmöglich in die Umfrage einzupflegen (bis 11.Dezember 2020 um 21.00 Uhr wurde das jedoch noch nicht umgesetzt).

    Wir haben auch versprochen, dass wir dann – sollte die Umfrage entsprechend geändert sein - diese Umfrage ebenfalls kommunizieren, aber weiterhin auch darauf hinweisen werden, dass die Ergebnisse (insbesondere zu Fangmengen, Angeltagen) unter Umständen von Lobbygruppen oder auch der Politik falsch interpretiert oder wiedergegeben werden können.

    Grundsätzlich sind wir Befürworter von wissenschaftlichen Umfragen, da wir der Meinung sind, dass die Wissenschaft und die Politik verlässliche Zahlen zu unserem Hobby benötigt. Auch wenn diese Umfrage nicht repräsentativ sein wird, so können die Ergebnisse am Ende zu Beschränkungen für Angler führen. Die Ergebnisse werden voraussichtlich auch den Weg in die Politik und zu Lobbyisten anderer Interessen- und Nutzergruppen finden. Das sollten wir im Hinterkopf behalten.

    Sobald die Umfrage geändert ist, werden wir Euch informieren. Natürlich steht es bis dahin jedem frei, an der Umfrage teilzunehmen- jedoch können wir nur an Euch appellieren, die Fragen wirklich in Ruhe durchzulesen und die Antwort auch gut zu überlegen. Am Ende können die Antworten neue Beschränkungen für unser Hobby bedeuten.

    Wir glauben zwar nicht, dass die Verantwortlichen Beschränkungen für Angler als Ziel haben, befürchten jedoch den Missbrauch der Ergebnisse durch unsere Gegner und davon haben wir sicherlich ausreichend. So schnell rollen wir hier an der Küste keinem Wissenschaftler den roten Teppich aus…

    Herzliche Grüße von der Küste, einen ruhigen 3. Advent und bleibt gesund!

  7. #7

    AW: Bald Dorschmarken kaufen? Die spinnen wohl...

    Wehret den Anfängen.... die Umfrage gibt mir ein ganz schlechtes Bauchgefühl...
    Wer nur eine kleine Pfanne hat, braucht keine großen Fische zu fangen!
    Petri wünscht Andreas

  8. #8

    AW: Bald Dorschmarken kaufen? Die spinnen wohl...

    Ich wurde gefragt, ob ich mein Bauchgefühl auch begründen kann. Ja, kann ich. Zum Beispiel:

    Eine Frage geht dahin, ob der Angler die wissenschaftlichen Daten zum Dorsch und zu den Fängen/Entnahmen glaubt.
    • Sagt man ja, glaube ich, findet die jetzige Regelung eine fest zementierte Basis.
    • Sagt man nein, muss mehr Entnahmekontrolle her, dann kommen Dorschmarken.
    • Fazit: In allen Varianten ist der Angler der Verlierer.



    Die Umfrage will die Kosten des Anglers für einen typischen Dorsch-Angeltag wissen. Den kann ich mit dem Fahrrad und Pilker gestalten und annähernd Null Kosten, aber auch mit Kleinboot oder Kutter, so dass ich mit den Mietkosten starte.
    • Nenne ich wenige Kosten, dann heißt es, dass der entnommene Dorsch gefälligst extra bezahlt werden kann.
    • Gebe ich hohe Kosten an, dann sagt man eben, dass dann ein Entnahmeentgelt pro Dorsch auch nicht wirklich ins Gewicht fällt.
    • Fazit: In allen Varianten ist der Angler der Verlierer.


    Die Umfrage reizt das Dorsch-Entnahmeentgelt aus. Da man von 0 bis 5 € geht, ist das untere und das obere Ende fixiert. Wenn man einen Durchschnittsdorsch mit ~ 45 cm ansetzt, der dann im Schnitt ~ 900 g wiegt, ich rechne einfach mal ein Kilogramm. Bei 1.000 to sind das 1.000.000 Fische. Mit einer Dorschmarke von 2,50 € gehen also 2.5 Mio € in die "Dorschkasse".
    • Gebe ich an, dass ich pro Dorsch auch viel zahlen würde, wird das Entnahmegeld eben höher.
    • Gebe ich an, dass ich pro Dorsch wenig zahlen würde, ist die Bedeutung der Angelei für mich gering und ich kann auf andere Fische verwiesen werden.
    • Fazit: Da eine Zahlung für jeden entnommenen Dorsch eine genaue Zählung vorgaukelt und zudem viel Geld in die Kassen spült, ist mal wieder der Angler der Verlierer. Da Touris eher mehr für entnommene Dorsche zahlen als regionale Dauerdorschfänger, dürfte das Entnahmeentgelt nicht gering ausfallen. Und wieder haut der Angler sich selbst auf die Verliererseite, egal was er sagt.


    Die Umfrage nimmt die Kontroll-Intensität auf. Der Angler wird gefragt, ob man mehr kontrollieren sollte.
    • Sage ich ja, dann gibt es mehr Kontrolleure, die in ehrenamtlicher Funktion sogar aus der Fischereiabgabe ausgebildet und vergütet werden.
    • Sage ich nein, dann deckele ich den jetzigen Zustand, bei dem eben doch größere Mengen Dorsch entnommen werden können bei nur geringem Risiko.
    • Fazit: Dorsch ist wertvoll... suggeriert die Umfrage und damit einen erhöhten Kontrolldruck, so dass ich vor dem Angeln die Dorschmarke kaufen muss und nach dem Fang diese sofort - online? - zu entwerten habe. Das erinnert mich an Bundesbürgers Steuermeldung, wo Jahrzehnte das Hobby vieler gewesen zu sein schien, die Finanzbehörden ein wenig auszutricksen, indem man etwas weg lässt oder anderes steuergünstig höher ansetzt. Ich fürchte hier einen Wettkampf zwischen Anglern und Aufsicht, wer schneller den Dorsch weg trickst oder besser aufpasst. Nein, das ist nicht schön


    Und so weiter....

    Meine Meinung:

    • Schonzeit für alle.
    • Schonmaß vernünftig festsetzen, Entnahmefenster meinethalben.
    • Völlige Schongebiete, indem dort künstliche Riffe geschaffen werden.
    • Keine zusätzliche Vergütung für Dorschentnahme.

    Wer nur eine kleine Pfanne hat, braucht keine großen Fische zu fangen!
    Petri wünscht Andreas

  9. #9

    AW: Bald Dorschmarken kaufen? Die spinnen wohl...

    Zitat Zitat von Andreas Beitrag anzeigen

    Meine Meinung:

    • Schonzeit für alle.
    • Schonmaß vernünftig festsetzen, Entnahmefenster meinethalben.
    • Völlige Schongebiete, indem dort künstliche Riffe geschaffen werden.
    • Keine zusätzliche Vergütung für Dorschentnahme.

    Warum überhaupt neue und zusätzliche Beschränkungen (nur?) für Angler? Sollte nicht erst einmal die Schleppnetzfischerei verboten werden, die wirklich schädlich ist? Wir würden sich dann die Bestände wohl entwickeln?

    Wir Angler tragen mit dem Baglimit unseren Teil zur Bestandserhaltung bei, da benötigt es keine zusätzlichen Maßnahmen. Zudem sind Deine Forderungen wissenschaftlich nicht haltbar!

    Schonzeit: Selbst die Wissenschaft (ICES/ Thünen) sagt, dass nicht die Entnahme während der Laichzeit das Problem ist, sondern nur die Störung des Laichgeschäftes durch die Fischerei. Schonmaß vernünftig festsetzen bedeuten dann vermutlich eine Erhöhung. Wäre dür Brandunsgangler und Spinnfischer eine Katastrophe, zudem würde sich die Zahl der vermarktungsfähigen Dorsche für die Fischerei verringern oder die Zahl der illegalen Rückwürfe erhöhen. Auch Boots- und Kutterangler würden des öfteren ohne Fisch nach Hause gehen, in Zahlen rund ein Drittel bei 45cm.

    Schongebiete? Ganzjährig geschlossene Gebiete haben tatsächlich für die Biodiversität innerhalb der Schutzgebiete eindeutige Vorteile. Als Fischereimanagement-Instrumente sind sie jedoch nicht nützlich, wenn sie nicht sehr groß sind und der fischereiliche Aufwand proportional zur geschlossenen Fläche reduziert wird. Dorsche sind außerhalb der Laichzeit außerdem sehr mobil, wandern also durch zu kleine Schutzgebiete schnell durch. Insgesamt erscheint die westliche Ostsee einfach zu klein, um hier Nullnutzungszonen mit dem Ziel der Forderung des Fischereimanagements einzurichten. Andere Managementansätze wir ganzjährige Schleppnetzverbote oder für Angler auch Entnahmebegrnezungen sind hier sinnvoller.

    Fakt ist, dass die fischereiliche Sterblichkeit der Fischerei um ein deutliches größer ist, als in der Freizeitfischerei. Hier sollte also erst einmal eine Angleichung erfolgen.

    Auch bleibe ich dabei, dass wir in erster Linie auf Freiwilligkeit setzen sollten und die Angler für die Endlichkeit der Ressource Fisch sensibilisieren sollten. Freiwilliger Verzicht auf Massenfänge bei allen Fischarten in der Ostsee, selektive Entnahme. Am Ende sage ich ja immer, loeber einmal mehr einen geilen Tag auf dem Wasser und jedes Mal nur eine Mahlzeit mitnehmen, als bei jeder Tour wenn möglich den Eimer zu füllen. Volle Fischkisten gibt es bei mir seit über 10 Jahren nicht mehr, also schon vor Einführung des Baglimits. Gerade wir von der Küste sollten hier eine Vorbildfunktion einnehmen, oder? Wenn nicht iwr- ja, wer dann?

  10. #10

    AW: Bald Dorschmarken kaufen? Die spinnen wohl...

    Zitat Zitat von Lars S-H Beitrag anzeigen
    Warum überhaupt neue und zusätzliche Beschränkungen (nur?) für Angler?
    Nö, das sind nicht meine Worte. Schonzeit für alle meint den Fisch insgesamt in Ruhe lassen = Finger weg für alle, auch Fischer.

    Zitat Zitat von Lars S-H Beitrag anzeigen
    Sollte nicht erst einmal die Schleppnetzfischerei verboten werden, die wirklich schädlich ist? Wir würden sich dann die Bestände wohl entwickeln?
    Wünschenswert, aber in meinen Augen derzeit nicht realistisch. Kunstriffe und andere Schleppnetzhindernisse helfen da besser.

    Zitat Zitat von Lars S-H Beitrag anzeigen
    Schonmaß vernünftig festsetzen bedeuten dann vermutlich eine Erhöhung.
    Nö, das sehe ich nicht so. Wir haben derzeit 35 cm BiFO und 38 cm KüFO (verstehe ich überhaupt nicht) und kein Entnahmefenster bzw - wohl sinnvoller - kein Schonfenster. Je nach Schonfenster (75-95 oder 65-85 oder wie auch immer) wird das untere Maß festzusetzen sein. Das kann dann auch eine Reduzierung auf 35 bedeuten, wenn die Größe eher für Ernährung und weniger für Erhaltung dienlich ist. Dafür sind dann Fachpersonen zuständig.

    Zitat Zitat von Lars S-H Beitrag anzeigen
    Insgesamt erscheint die westliche Ostsee einfach zu klein, um hier Nullnutzungszonen mit dem Ziel der Forderung des Fischereimanagements einzurichten.
    Mir geht es nicht unmittelbar um den Dorsch. Der mag wandern. Schongebiete verhindern das Zerstören der Fauna. Schleppnetzfischer rupfen alles raus, Angler auch nicht wenig. Schongebiete haben eine intakte Vegetation und damit die Funktion der Nahrungsbildung.

    Zitat Zitat von Lars S-H Beitrag anzeigen
    Auch bleibe ich dabei, dass wir in erster Linie auf Freiwilligkeit setzen sollten...
    95 % vernünftig und 5 % schwarze Schafe machen alles kaputt??

    Ich glaube nicht daran, dass die Campingplatzversorger (nur ein Beispiel, aber augenfällig) auf ihren Verdienst verzichten. Eher passt ein Wolf auf ein blutendes Schaf auf...




    Zitat Zitat von Lars S-H Beitrag anzeigen
    Gerade wir von der Küste sollten hier eine Vorbildfunktion einnehmen, oder?
    Ja, das mache ich gerne. Trotzdem wird die Fleischmacherei nicht enden. Wir können kurzerhand an die Küste und eine Mahlzeit holen. Nicht immer, aber durchaus oft. Hinter Hamburg beginnt dann mehr und mehr die Gefriertruhen-Fraktion; damit meine ich Angler, die Aufwand haben an die Küste zu fahren und deshalb die Truhen voll machen wollen. Je weiter weg, desto voller... - es wird in die Köppe nicht rein gehen, dass die für nur eine Mahlzeit an die Küste fahren.
    Wer nur eine kleine Pfanne hat, braucht keine großen Fische zu fangen!
    Petri wünscht Andreas

  11. #11

    AW: Bald Dorschmarken kaufen? Die spinnen wohl...

    solche bilder nerven nur noch

    ... aber ist leider realität

  12. #12

    AW: Bald Dorschmarken kaufen? Die spinnen wohl...

    http://www.marinetraffic.com/de/ais/...ry:54.5/zoom:9


    das ist jetzt gerade im augenblick

    ich habe 19 st. gezählt , und möchte nicht wissen wer sein AIS ausgeschaltett hat

    schaut mal wieviele POL.fischerboote vor deren küste am netze durchziehen sind

    und dort sieht es noch schlimmer aus http://www.marinetraffic.com/de/ais/...ry:54.7/zoom:9

    die kleinen braunen das sind fast alles fischer boote

    wieter hoch sieht es nicht besser aus http://www.marinetraffic.com/de/ais/...ry:57.6/zoom:8

    die ecke sieht am schlimmsten aus http://www.marinetraffic.com/de/ais/...ry:49.9/zoom:6

    nur mal so das verhältnis fischer zu angler

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •