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Thema: Neues vom Fehmarnbelt- noch mehr Beschränkungen? ✓

  1. #1

    Neues vom Fehmarnbelt- noch mehr Beschränkungen? ✓

    Unsere Warnungen wurden ignoriert

    Wir haben bereits bei bekannt werden der Angelverbotszone im Fehmarnbelt davor gewarnt, dass es sich hierbei nur um den Beginn von zahlreichen Angelverboten in der Ostsee handeln könnte. Wir haben von den Behörden, von der Politik und teilweise auch von Anglern immer wieder hören müssen, dass es sich bei der Angelverbotszone im Fehmarnbelt nur um ein „kleines Gebiet“ handeln würde und die Ostsee ausreichend groß ist. Das dieses Gebiet von immenser wirtschaftlicher Bedeutung für den Angeltourismus ist, hat hierbei kaum jemanden interessiert.

    Am Ende hat die Politik uns die verkleinerte Verbotszone als fair verkaufen wollen und immer wieder betont, dass man die Interessen der Freizeitfischerei ausreichend berücksichtigt hätte.

    Wurden wir bewusst belogen?

    Dann stellen wir heute öffentlich die Frage, warum das BfN die Verbotszone für die Freizeitfischerei nicht als ausreichend bezeichnet und heimlich weitere Beschränkungen für Angler auf den Weg bringen möchte?

    Hierbei wurde still und heimlich ein erster Entwurf entwickelt. Das BfN hat bereits einen fertigen Plan und stellt die Freizeitfischerei auf eine Stufe mit der Schleppnetzfischerei bei der Gefährdung der Riffe!

    Das BfN möchte gemeinsam mit Anglerverbänden Möglichkeiten zur weiteren Reduzierung der Auswirkungen der Freizeitfischerei, insbesondere auf Riffe erörtern und entsprechende Vereinbarungen treffen.

    Was das BfN jetzt überrascht, war vermutlich jedem anderen vorher bewusst

    Dachten wir Angler, dass nur die Riffe in der jetzigen Verbotszone geschützt werden müssen, so vermutet das BfN jetzt, dass aufgrund des Verbots in der Schutzgebietsteilfläche zu erwarten ist, dass die Auswirkungen durch Angler zwar insgesamt zurückgehen, aber auch künftig nicht vernachlässigbar sein werden, da der westliche Teil des NSG im Bereich der Riffvorkommen weiterhin und intensiver von der Freizeitfischerei genutzt wird.

    Ein Fass ohne Boden

    Das klingt doch wie ein Fass ohne Boden, oder? Man stellt also jetzt fest, dass die verbliebene kleinere Fläche intensiver genutzt wird- das ist für und total logisch. Macht man die Verbotszone also jetzt erneut kleiner, werden die Angler die dann noch kleinere Fläche noch intensiver nutzen. Stellen die Beamten das dann in 3 Jahren erneut fest, wird vermutlich die Verbotszone erneut vergrößert. Bis die Ostsee für Angler komplett gesperrt ist?

    Die Riffstruktur (oder wie wir Angler sagen „Steinfelder“) ist die Heimat der Dorsche und darauf konzentrieren sich viele Dorschangler, genauso wie auch die Fischerei mit ihren Schleppnetzen.

    Angler und Schleppnetzfischer auf einer Stufe

    Zitat: „Die Auswirkungen der Freizeitfischerei stellen–neben denen der grundberührenden Fischerei –die zweite wesentliche Ursache für das mittlere Defizit der Riffvorkommen im Gebiet dar. Sie tragen zu den Defiziten der Vorkommen von Schweinswal und Seehund sowie der Gefährdung der Makrophytenvorkommen bei. Für Teilflächen mit Riffvorkommen, auf denen die Freizeitfischerei weiterhin erlaubt bleibt, ist auch weiterhin mit Auswirkungen zu rechnen. Daher müssen Möglichkeiten zur weiteren Reduzierung der Auswirkungen der Freizeitfischerei erörtert werden.“

    Wir Angler sollen jetzt mit dem BfN Möglichkeiten erörtern, wie wir das Erreichen des Schutzzwecks unterstützen können. Das man hier auf die bestehende Verbotszone verweist, könnte als Drohung angesehen werden, wenn wir Angler den Vorschlägen nicht folgen werden. Dem BfN geht es hierbei um die Nutzung durch Boote und Kutter, um die Fangmethoden und Zielfischarten und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Schutzgüter.

    Neue Riffe, neue Verbote

    Das BfN möchte mit einem „Code of Conduct“ die Riffflächen, die erst nach in Kraft treten der Schutzgebietsverordnung kartiert wurden, besonders schützen.

    Neben Vorgaben zu „ökosystemgerechten Angelmethoden“ möchte man auch den Bootsverkehr (nur!) der Freizeitfischerei regulieren, zum Beispiel durch eine Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit. Zur Erinnerung, der Fehmarnbelt ist eine der meistbefahrensten Seeschifffahrtstraßen der Welt, wo jährlich über 50.000 Tankschiffe, Frachter und Fähren mit über 15 Knoten fahren. Hast Du aber ein Sportboot und eine Angelrute an Bord, bist Du eine Gefährdung für die Schutzgüter!
    Zudem sind weitere Sperrungen zu bestimmten Zeiten angedacht, natürlich auch nur für uns Angler! Zur besseren Ortung der Freizeitfischerei im NSG sollen Vereinbarungen zum freiwilligen Einsatz von Satellitentechnik, sofern solche (bei Schiffen <12m) nicht bereits vorgeschrieben ist, oder anderer geeigneter Techniken getroffen werden.

    Kooperation zwischen DAFV und BfN laut Entwurf

    Abschließend möchten wir noch ein Zitat aufgreifen: „In Kooperation zwischen dem BfN und dem Thünen- Institut werden Dialoge mit Freizeitfischerei- und Anglerverbänden organisiert. Dabei wird an bestehende Kooperationen z.B. zwischen dem DAFV und dem BfN angeknüpft.“



    Unsere Klage ist entscheidend

    Es wird einmal mehr deutlich, von welcher Bedeutung unsere Klage gegen das bereits bestehende Angelverbot ist. Schauen wir uns die Riffstrukturen und Argumentationen zum Fehmarnbelt im Detail an, können wir die 1:1 auf das Gebiet um Staberhuk, die Sagasbank oder auch den Walkyrien- und schwarzen Grund übertragen. Das BfN wird auch in Zukunft nicht aufgeben, das Angeln in der Ostsee zu verbieten.

    Fragwürdige Prioritäten des BfN

    Übrigens wurden Prioritäten festgelegt, für die Umsetzung der Verschiedenen Maßnahmen. Die Maßnahme „Untersuchung von Auswirkungen der Berufsfischerei auf Schutzgüter des NSG und Entwicklung ökosystemgerechter Fangmethoden zum Einsatz in der erlaubten Fischerei im NSG“ hat die Priorität „mittel“, hingegen hat „ der Dialog mit Angler-und Naturschutzverbänden zur Verbesserung der Verträglichkeit der Fischerei mit dem Schutzzweck“ die Priorität hoch.

    Eine Angelrute bedeutet Bedrohung

    Die Sportschifffahrt allgemein hat lediglich die Priorität „niedrig“, Du kannst also mit einer 40 Ft. Motoryacht mit 30 Knoten durch das Schutzgebiet fahren und stellst keine Gefährdung da, mit Deinem 4 Meter langen Angelverbot bedrohst Du hingegen die Seehunde in der gesamten westlichen Ostsee.

  2. #2

    AW: Neues vom Fehmarnbelt- noch mehr Beschränkungen?

    Ich zitiere mal einen Beitrag vom 23.2.2016, also mehr als vier Jahre her.


    Nicht alle werden einer Meinung sein, das muss auch nicht. So lange Angelkutter in Laichdorschgebiete fahren dürfen (und es auch tun), wird es immer Contra geben. Das finde ich o.k. (ich fahre auch nicht mit denen raus).

    Für mich gilt: Wehret den Anfängen!

    Nach den Ergebnissen der Anhörung und den dort ausgetauschten Argumenten sollen Angler die Vögel bei der Rast stören. Genau wie jedes Boot/Schiff, dass dort fährt. Vogelraststörung bei der Kadetrinne ... - für mich hört sich das weit hergeholt an.

    Die 24 Kilometer lange Kadetrinne gehört zu den am stärksten befahrenen Seewegen Europas - und zu den gefährlichsten.
    Sie gilt als eines der schwierigsten Gewässer der Ostsee. So verringert sich an der schmalsten Stelle der schiffbare Bereich auf 500 bis 1000 Meter. Alle größeren Schiffe mit einem Tiefgang von 15 bis 16 Metern müssen sicher Kurs halten, sonst besteht die Gefahr, dass sie durch Untiefen beiderseitig der Rinne auf Grund laufen. Etwa in der Mitte ändert die Kadetrinne ihren Verlauf um fast 90 Grad. Im Biegungsbereich ist der Meeresboden links und rechts der Rinne manchmal nur acht bis zehn Meter tief. Auf der restlichen Strecke ist die Route 18 bis 20 Meter tief.

    Jährlich passieren 65.000 Schiffe das Gebiet zwischen der deutschen Halbinsel Darß und der dänischen Insel Falster, darunter 10.000 Öltanker.


    Quelle: http://www.3sat.de/page/?source=/nan...adetrinne.html


    65.000 : 365 Tage = 178 dicke Pötte täglich --> etwa alle acht Minuten ein vorbei fahrendes Schiff.

    Und da sollen die paar Angelboote stören, wobei die Kadetrinne ja eh nur von den großen Kuttern angefahren wird, von den kleinen Booten eher nicht.

    Außerdem würde es reichen zur Laichzeit und zur Vogelzugzeit ein partielles Verbot auszusprechen.

    http://www.luebecker-anglerforum.de/...ll=1#post94418




    Inzwischen ist klar, dass der Aufenthalt eines Anglers mit seinem Boot auf See vermeintlich stört, während der dicke Freizeitpott von Häfen zu Hafen hetzend ja Umsatzbringer dortselbst ist. Makaber...

    Mein Alptraum, aber....: Mit einer gebührenpflichtigen Meldepflicht für Ostsee-Angelboote - natürlich sehr teuer - und entsprechenden Auflagen kriegt man die Angler vom Wasser an den Strand, der dann anglerisch überlaufen wird und als nächster Schutz = Angelverbote braucht. Folge: Angeln wird nur noch in unwesentlichen besonderen Bereichen gestattet.

    Wo sind die Verbände?
    Wer nur eine kleine Pfanne hat, braucht keine großen Fische zu fangen!
    Petri wünscht Andreas

  3. #3

    AW: Neues vom Fehmarnbelt- noch mehr Beschränkungen?

    Zitat Zitat von Andreas Beitrag anzeigen

    Wo sind die Verbände?
    Ist das eine rhetorische Frage?

    Denn: Abschließend möchten wir noch ein Zitat aufgreifen: „In Kooperation zwischen dem BfN und dem Thünen- Institut werden Dialoge mit Freizeitfischerei- und Anglerverbänden organisiert. Dabei wird an bestehende Kooperationen z.B. zwischen dem DAFV und dem BfN angeknüpft.“

    Wäre es nicht von Beginn an die Aufgabe der Verbände gewese, hiergegen zu klagen? Oder zumindest die Klage finanziell und fachlich zu unterstützen?

    Die Frage muss jeder, der die Verbände finanziert, für sich beantworten. Ich meine ganz klar "Ja, es wäre die Aufgabe der Verbände gewesen"!

  4. #4

    AW: Neues vom Fehmarnbelt- noch mehr Beschränkungen?

    Zitat Zitat von Lars S-H Beitrag anzeigen
    Ist das eine rhetorische Frage?

    Denn: Abschließend möchten wir noch ein Zitat aufgreifen: „In Kooperation zwischen dem BfN und dem Thünen- Institut werden Dialoge mit Freizeitfischerei- und Anglerverbänden organisiert. Dabei wird an bestehende Kooperationen z.B. zwischen dem DAFV und dem BfN angeknüpft.“

    Wäre es nicht von Beginn an die Aufgabe der Verbände gewese, hiergegen zu klagen? Oder zumindest die Klage finanziell und fachlich zu unterstützen?

    Die Frage muss jeder, der die Verbände finanziert, für sich beantworten. Ich meine ganz klar "Ja, es wäre die Aufgabe der Verbände gewesen"!




  5. #5

    AW: Neues vom Fehmarnbelt- noch mehr Beschränkungen?

    Zitat Zitat von Lars S-H Beitrag anzeigen
    Ist das eine rhetorische Frage?

    Denn: Abschließend möchten wir noch ein Zitat aufgreifen: „In Kooperation zwischen dem BfN und dem Thünen- Institut werden Dialoge mit Freizeitfischerei- und Anglerverbänden organisiert. Dabei wird an bestehende Kooperationen z.B. zwischen dem DAFV und dem BfN angeknüpft.“

    Wäre es nicht von Beginn an die Aufgabe der Verbände gewese, hiergegen zu klagen? Oder zumindest die Klage finanziell und fachlich zu unterstützen?

    Die Frage muss jeder, der die Verbände finanziert, für sich beantworten. Ich meine ganz klar "Ja, es wäre die Aufgabe der Verbände gewesen"!
    Und genau deshalb wird es höchste Zeit, dass man diesen selbstgefälligen und inaktiven Postenärxxxen durch Austritt aus den Verbänden mal die finanzielle Grundlage entzieht...

    Das Geld wäre wesentlich besser bei denen aufgehoben, die sich fachlich, konsequent und aktiv für die Angler einsetzen!
    Petri & Tight Lines

    Wolfgang

  6. #6

    AW: Neues vom Fehmarnbelt- noch mehr Beschränkungen? ✓

    An anderer Stelle schreibt Lars:

    Uns wurde jetzt das Urteil zugestellt und unser Gefühl wurde bestätigt- das Angelverbot im Fehmarnbelt ist rechtmäßig erlassen und gültig! Aus dem Urteil: „Das Verbot der Freizeitfischerei ist verhältnismäßig. Es verfolgt legitime Ziele, nämlich die Umsetzung der FFH-Richtlinie und den Schutz der Schweinswale und der Dorsche an mehreren, in der „Zone“ liegenden Riffen.“. Das die Schleppnetzfischerei dort weiterhin erlaubt sei spielte keine Rolle und auch das die Stellnetzfischerei auch zukünftig in dem Gebiet nicht verboten werden soll (hat das BfN vor dem Verwaltungsgericht bestätigt!). Nur Angler gefährden Dorsche…

    Narrenfreiheit für die Schützerindustrie

    Aber – und das ist wohl die wichtigste Botschaft aus dem Urteil – der Staat kann im Naturschutzrecht willkürlich entscheiden und gemäß dem Vorsorgeprinzip Verbote erlassen (gedeckt durch Artikel 20a GG), dabei spielt es keine Rolle, ob diese Maßnahme wirksam ist- ein Nachweis ist nicht erforderlich. Somit kann ein Verbot schlechthin oder objektiv untauglich sein, den gewünschten Erfolg zu fördern.

    https://www.facebook.com/Anglerdemo/


    Beruf geht vor Freizeit.... Fischer geht vor Angler....
    Wer nur eine kleine Pfanne hat, braucht keine großen Fische zu fangen!
    Petri wünscht Andreas

  7. #7

    AW: Neues vom Fehmarnbelt- noch mehr Beschränkungen? ✓

    Die kommerzielle Fischerei in der Ostsee (und in der Nordsee natürlich) muss endlich verboten werden.

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