Zur Info:

Die Jungs waren unsere Meerschweine

Oel hatte ich immer im Kofferraum, weil ein guter Bekannter (Alex) meinte, in einen Franzosen-Auto gehört immer viel Oel.
Alex hat auch gesagt, in meinen nun etwas in die Jahre gekommener VOLVO V40 gehört auch Oel.

Nun ja, davon habe ich nun unter dem Reserverad ca. 3 Liter stehen, und kann sagen, Rost wir der Kofferraum von innen nie sehen. Tja, ich hatte wohl den Deckel nicht ganz zu gemacht. Was ich aber bestreiten werde, denn hier auf Fehmarn sind die Straßen scheixxe und somit hat sich der Deckel von alleine gelöst.

Nun ja, nun zu meinem Bericht, der von meiner Freundin noch etwas VERFEINERT wurde, weil ich das Ding in 10 Minuten fertig hatte und ich echt nicht auf Fehler achte. Siehe Kofferraum.

Bericht 2004
Wenn Reisender reist…

22.10.2004
Um 14 Uhr wollten wir fahren, da war aber Reisender noch am Ruten aussortieren… wir konnten unmöglich alles mitnehmen. Kurz nach 3 ging es dann los. Wie herumziehende Zigeuner haben wir ausgesehen. Der Kofferraum war schwer beladen mit Reisender sein Lieblingsangelstuhl, Ruten, Kescher, Koffer – und vier 5-Literkanister Öl! Das weiße Ölfressende Monster, das Reisender sein Auto nennt, ist ja mittlerweile bis über die saarländischen Landesgrenzen hinaus bekannt. Auf der Rückbank zwei Käfige, denn unsere Jungs sollten zum 2. Mal in ihrem Leben Ferien auf Fehmarn machen. Am Vortag war Reisender sicherheitshalber in der Werkstatt, denn er meinte, dass die Reifen gewuchtet werden mussten. Besser wurde es schon… bis wir ca. 50 km vor Köln aus dem Rütteln gar nicht mehr herauskamen. Und es hat vorn rechts PENG gemacht! Wir hatten drei Möglichkeiten: rechts herausfahren und in der Kurve stehen bleiben, halb links fahren, und auf die Standspur halten, oder eben die goldene Mitte… da stand aber das riesengroße Schild „Ausfahrt“. Nebenbei bemerkt, habt ihr jemals so ein Ding aus direkter Nähe gesehen? Einfach unglaublich, wie groß sie sind. Wir haben doch die Standspur gewählt und Reisender hat den ganzen Kofferraum ausgepackt. Erst dann hat er festgestellt, dass bei Peugeot der Ersatzreifen unter dem Auto befestigt ist. (das war nur dazu da, um noch einmal zu Prüfen ob ich nicht was vergessen habe) Das vorhandene „Boardwerkzeug“ war einfach zu mickrig, denn in der Werkstatt waren die Radmuttern am Vortag sehr fest angezogen. Gott sei Dank sind wir ADAC-Mitglieder und haben sodann die gelben Engel angerufen. Wir wurden auf „Priorität“ gesetzt, weil es zwischen Aus- und Auffahrt keine Leitplanke gab, wohinter wir uns schützen konnten. Bei ADAC heißt das nur ca. 1 Stunde Wartezeit. Nö, wir meckern gar nicht, wir sind froh, dass es sie gibt und möchten hier viele Grüße an den Fahrer ausrichten! Selbstverständlich haben wir ihm von Anglerboard erzählt! und er erzählte uns dass er gerade von Hitra kommt. Es war zu befürchten, dass Reisender ausflippt und sehr ungeduldig wird. Aber nein, er lief fröhlich auf dem Standstreifen hin und her, hat sogar gesungen und seine Kopflampe ausprobiert! (es wurde ja auch langsam Dunkel) Immer wieder hat er gesagt, wenn der ADAC-Mann kommt, nicht erzählen, dass wir noch so weit fahren wollen. Der ADAC-Mann kam, sah die Rutentasche und hat gefragt, wo wir Angeln waren. Dann sagt Reisender SOFORT, dass wir noch nach Fehmarn fahren, um zu angeln. Irgendwie schien der Abstand zwischen Köln und Fehmarn geschrumpft zu sein… Nach ca. 9,5 Stunden kamen wir endlich in Trappenkamp bei Reisenders Eltern an. Und da gibt es sogar mitten in der Nacht Würstchen und Kartoffelsalat! Einfach Klasse. Sollten die Brüder von Reisender sich wieder in diesem Forum hineingeschlichen haben, richte es bitte eure Mutter aus!! ( ja, aber nett bitte )

23.10.04
Gegen 12:30 treffen wir in Großenbrode ein. Steffen ist schon da, aber offiziell fängt die Plümperolympiade erst später an. Wir fahren daher schnell bei LIDL in Burg auf Fehmarn vorbei und besorgen das Notwendigste. (ich musste ja auch noch was zum Grillen besorgen, aber nichts war da also habe ich einen 1,5 kg schweren Braten genommen hihihihi) Kurz in die Wohnung, um alles auszuladen und geeignete Kleidung anzuziehen. Als Reisender einen blick in den Briefkasten vor der Wohnung werfen wollte, hatte er den ganzen Briefkasten in der Hand, dieser war nach den ganzen Jahren etwas durchgerostet. Als wir wieder in Großenbrode eintreffen ist schon alles vorbei. Auf dem Parkplatz lernen wir oh-nemo, marioschreiber und alle anderen kennen. Es hat sich offensichtlich sehr schnell gezeigt, dass keine Mengen von Wattwürmern sich freiwillig plümpern lassen und Dennis hat herumtelefoniert, um welche zu kaufen. Überall war ausverkauft, denn parallel lief noch die Quali auf Fehmarn. In Heilighafen wurde Dennis fündig und er ist losgezogen, um die knapp 500 (glaube ich) Würmer abzuholen. Wir fuhren gleichzeitig zur Mole in Großenbrode. Dort wurden die Bollerwagen und andere fahrbare Angeltransportmittel herausgepackt und beladen. Dass es dabei leicht geregnet hat, hat uns nicht weiter gestört. Der Fußmarsch auf die Mole war lang, (und ich hechele heute noch) hat sich aber gelohnt. Wir haben uns verteilt und etwa in der Mitte bei oh-nemo unser Head-Quarter eingerichtet. Dort wurde der Schwenker aufgestellt, wo jeder sein Grillzeug zubereiten konnte, dort stand der Bierkasten, die große Mülltüte (wir räumen ja immer auf, gell...) UND, es tut mir leid Uwe_H, aber dort stand auch der geilste Tzaziki überhaupt! oh-nemo, nach eigener Aussage gelernter Koch, hat da etwas gezaubert, was Erkältungen zum aussterben bringen könnte. Viiieeeel Knoblauch, legger! Mit dem Angeln war es so so. Es fing sehr schleppend an. Kleine untermassige Dorsche, eine Scholle, der Dorsch von oh-nemo war OK, aber so richtig wollte es nicht zünden. Nach 5-6 Stunden, immer wieder im Nieselregen, haben wir, nachdem IKEA S als Rutenhalter bei oh-nemo zwecks Knotenlösen dienen dürfte, wobei es dann erst recht anfing zu regnen, uns verabschiedet.

24./25.10.04
Der Tag war zur Erholung da, und um sich zu erholen hatten wir auch einige Biere gekauft um den Abend einwenig zu feiern.
Reisender saß am Tisch und schaute immer wieder aus dem Fenster und sagte der Wind legt sich und das Wasser wird ruhiger (und er immer unruhiger) als er sein 3. Bier getrunken hatte stand er auf und zog seine Angelsachen an. Er war nicht mehr zu halten, ans Wasser wollte er, um uns ein paar schöne dorsche zu fangen (was aus den paar dorschen wurde habt ihr ja auf den Fotos schon gesehen).
Nun ein paar Worte vom Reisender selber: als ich meine Ruten zusammen baute und die erste in die Fluten der Ostsee schmiss, zog ich gerade einen schönen Wattwurm auf dem Haken der zweiten, als ich aus dem Augenwinkel die Rutenspitze zittern sah. Also Anschlag und kurbeln bis der Arzt kommt. Meinen ersten Dorsch konnte ich landen, ein schöner und hatte maß, nun schmiss ich meine zweite auf eine Sandbank so ca. 40 m weit. ich hatte sie noch nicht abgelegt da kam der schlag in der Spitze, ich dachte so was hast du noch nicht erlebt, also wieder kurbeln (die andere Rute war noch nicht im Wasser) und hallo ein kleiner, der Bursche hat sich an meiner Spinnrute einen super Kampf geliefert. So nun aber schnell wieder ins Wasser und die Ruten neu bestückt, die erste raus und die zweite in der Hand und biss auf der ersten, scheiße nun aber schnell weg mit der zweiten. Ran an die erste und kurbeln, nein was ist das? die andere zittert auch schon wieder, also Fisch raus und an Land gelegt, und ran an die zweite. zwei weiter schöne dorsche gesellten sich unter meinem schirm. Ich schaute noch nach wie viel Wattis ich noch habe und kam auf ganze 30 Stück die ich noch vom Vortag hatte. Also Haken bestückt und raus mit denen, als nach ca. 23,23 Sekunden beide Ruten wieder zu Tanzen anfingen. Ich schaute welche am stärksten tanzte und holte sie ein, und dann die zweite.
Bingo wieder schöne fette Dorsche, man nun kam ich aber ins schwitzen und zog schon mal meine Jacke aus und krempelte meine Hemdsärmel hoch. Was wohl nicht so gut war (wein) den danach ging der Tanz der Ruten erst richtig los. Ich wusste nicht mehr wo ich war, an der Ostsee oder beim Fischhändler die dorsche bissen wie bekloppt meine Finger und Arme schwollen schon ganz dick an vom vielen kurbeln und mit dem Finger die Haken aus dem Maul der Dorsche zu holen. Als ich wieder beide Ruten im Wasser hatte dachte ich, nun rufst du deinen Bruder an und sagst ihn was los ist. Ich wählte die Nummer und er meldete sich aber auch meine Ruten hatten Lust sich zu melden, also Gespräch beendet und Ruten aus dem Wasser geholt und wieder meinen Bruder angerufen, nun da die Ruten ja nicht im Wasser waren konnte ich in ruhe teleringen. Als ich ihm ausführlich erzählte das ich mittlerweile meinen 65. Dorsch an land gezogen habe und das nur mit ca. 15 Wattis brach er am Telefon zusammen, ich habe nur noch das weinen gehört und das schluchzen. Er konnte es nicht glauben dass ich vor der Tür unserer Wohnung so viele dorsche fange. Er war auch so fertig das er sich für das Telefonat auch noch bedankte. Danach rief ich noch meine Mutter an die sagte natürlich mitbringen was du kannst, ok sagte ich und schaute auf die ca. 9 dorsche die ich eigentlich braten wollte (die anderen habe ich natürlich wieder ins freie gelassen) also legte ich mich wieder ins zeug um noch ein paar zu fangen, aber ins zeug brauchte ich mich nicht zu legen da die dorsche von alleine in meine Angeltasche sprangen. Als ich nun so 30 Stück hatte und immer noch 10 Wattis beschloss ich für heute mein angeln einzustellen. Da mir meine Arme und Hände auch ziemlich schmerzten. Lirum larum hatte ich an diesem Abend ca. 100 dorsche an land gezogen. Was für eine geile Sache, am nächsten Tag habe ich natürlich die 30 Dorsche bei meiner Mutter abgeliefert, diese wurden an Ort und Stelle sofort gebraten. Mein Bruder mit Frau und Kinder kamen auch, und nun sah man meinen Bruder auch weinen und irgend etwas stammeln wie so was suche ich auch noch so einen Hotspot. Und die IKEA S ist an dem Tag gar nicht richtig aufgestanden, sondern hat im Bett ein Buch gelesen, dabei TV geguckt und allgemein gefaulenzt. Als ich wieder auf Fehmarn war habe ich meine Ruten erneut aus dem Auto geholt, und mich an den Strand begeben.
Und was soll ich sagen der ganze Spuk fing von vorne an. Innerhalb von nicht ganz 2 Std. hatte ich schon wieder 26 fette Dorsche verhaftet und wieder bis auf ein paar in die Fluten zurückgesetzt. Unser Nachbar hat auch noch welche bekommen. Hatte auch noch 2 Kleine Meerforellen aber die sind in 3 Jahren besser zu fangen da sie sehr klein waren. Ich muss es einfach sagen!!!! Leck mich am Arsc…. was für ein fang. Oh ich darf die ca. 6 cm Aalmutter nicht vergessen war echt süß.

26.10.04
Der Tag fing gut an…. kaum war IKEA S in die Dusche gestiegen, hatte sie schon 2/3 der Duschabtrennung in der Hand… aber es sollte noch schlimmer kommen! Weil es so schön war, hat Reisender wieder seine Ruten gepackt und ist zum Meer hinunter. Von der Wohnung aus konnte ich noch beobachten, wie er am Werkeln war. Gegen 22 Uhr kommt er wieder. Klingelt Sturm und „bittet“ sehr laut darum, dass ich die Tür aufmache. Ich wiederum, im gleichen Ton, erzähle, dass ich nicht abgeschlossen habe. Er draußen mit Schlüssel, ich innen mit Schlüssel, egal wie. Wir haben die verdam… Tür nicht aufgekriegt! Reisender, der an diesem Abend wirklich alles dabei hatte, weil er seine Ruten am Balkon „lüften“ wollte, ist mit seinem Riesengepäck ums Haus gelaufen. Und tatsächlich auf den Balkon geklettert! Hätte ich ihm eigentlich nicht zugetraut… Jetzt waren wir also beide eingeschlossen in der Wohnung. Und es blieb dabei. (ja ja nur weil ich ein paar Gramm zu viel habe) Zicke..

27.10.04
Reisenders Vater hat einen Handwerker organisiert. Der Junge Mann hüpfte durchs Fenster hinein und schaute sich das ganze an. Es folgte eine totale Zerlegung der Eingangstür (Latten abmontieren, Isolierung entfernen, hunderte von Schrauben lösen….), bis er diese endlich aufmachen konnte. Als der Handwerke noch zu Gange war, fiel der Fernseher aus… Reisender hatte nicht ausgeschaltet, aber trotzdem war der TV tot. Ich habe geschworen, ich bleibe jetzt hier sitzen und bewege mich nicht, bis wir nach Hause fahren! (sie war den Tränen nahe) War aber nur einen Wackelkontakt… Nach einer Notreparatur war der HW weg und kam erst Ende der Woche wieder. Wir konnten aber wenigstens durch die Tür ins Freie. Die Sonne schien, es war ein herrliches Wetter. Schnell die 5-6 km bis Burg gefahren, um Grillzeug zu kaufen. Nun wieder ich --- Als ich im Keller schauen wollte ob noch kohle da war, viel mir auf das ich keinen Schlüssel für das Hängeschloss hatte. also montierte ich die schrauben ab, mit der Kenntnis ca. 6 std. später dass der Schlüssel an der Garderobe hing (schei…) Dann die nächste Panne. Die Grillkohle in der Tüte im Keller entpuppten sich als Steine! (Danke noch einmal an den Gehirnakrobaten, grins) Aber, wer mehrmals am Ohmbachsee und bei anderen AB-Treffen war, hat halt noch eine eiserne Reserve im Kofferraum. Am Strand haben wir unseren Schirm aufgebaut, Reisender hat sein Angelglück probiert, ich habe 300 Seiten gelesen… Ich war erfolgreicher…(toll!! und ich hatte nur 3 Bisse)

28.10.04
An diesem Tag haben wir wieder mal einen ORK (Trappenkampisch für Ortserkundungsrunde) gemacht. Die Insel ist traumhaft. Mit Reisender kommt man auch zu Plätzen hin, die andere Leute, die die Verkehrszeichen kennen, nicht hinkommen! (bin halt Gut) Das wir dabei rückwärts in eine kleine Mauer gefahren sind beim Drehen, ist kaum erwähnenswert…. (ja ja über mich meckern und mit einem kleinen KA noch nicht mal in eine 10 Meter Lücke passen! Frauen tsstss)

29.10.04
Letzter Tag, aber trotzdem große Freude, denn am späten Nachmittag kommen Schwester und Schwager von IKEA S plus Bekannte an. Sie bringen u.a. leckeren Käse, schwedisches Brot – und Elchbraten! Nach nur ca. 2 Stunden müssen wir uns verabschieden und in Richtung Trappenkamp fahren. Und es regnet und regnet…
Sogar die Jungs haben ein bisschen abgekriegt beim einladen. Es sind aber harte Jungs, die haben nicht einmal gequiekt. (Dafür haben die Schweden sich innerlich
befeuchtet…lach lach.)

30.10.04 – 03.11.04
Super Tage bei Reisenders Eltern und Brüdern. Wir haben eine Geburtstagsfeier mit Tanten und Onkels mitgemacht, waren Oma besuchen, hatten so viele Halloween-Besuche, (ja und konnten das erste mal ohne Maske ins freie) dass uns die Süßigkeiten ausgingen, die tolle Forelle wurde uns gebracht und wir haben gefressen… In diesen 12 Tagen waren wir nur 2x kurz im Internet. Wir haben aber oft und gerne von euch erzählt und euch total vermisst!
Reisender

PS: Der Briefkasten hängt heute noch !!